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26.06.2009 | Führung
Studie "Was Schulleiter als Führungskräfte brauchen"

Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT in Auftrag gegebene und vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln ausgewertete Befragung der Länderministerien aller 16 Bundesländer liefert eine umfassende Bestandsaufnahme des Systemmanagements an deutschen Schulen.

Die Studie "Was Schulleiter als Führungskräfte brauchen", kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen:

Verantwortung für Qualität:
Fast ausnahmslos schreiben die Ministerien die Verantwortung für die schulische Qualität, Strategie und Organisation den Schulleitern zu.

Verantwortung für Personal:
Schulleiter werden formal zwar für Qualität, Strategie und Organisation verantwortlich gemacht - sie haben jedoch nur in wenigen Ländern echte Vorgesetztenfunktion, um diese Ansprüche an ihren Schulen auch durchsetzen zu können.

Budgetbefugnisse:
Fast alle Länder haben den Schulen die Möglichkeit der Selbstbewirtschaftung von Haushaltsmitteln - vor allem was die Sachausgaben betrifft - übertragen. Allerdings sind die Handlungsspielräume überwiegend begrenzt auf bestimmte Ausgabenarten (wie Lehr- und Lernmittel, Ausstattung, Mobiliar). Nach wie vor werden Lehrereinstellungen auf der Basis administrativer Stellenzuweisungen an Schulen aufgrund staatlicher Planungsvorgaben vorgenommen. Ein eigenständiges zur Bewirtschaftung des gesamten Personals oder auch nur eines relevanten Teils des Personals freigegebenes Budget haben die Schulen nicht.

Besetzung von Schulleiterstellen:
Externe Bewerber haben keine Chance, Schulleiter zu werden. Hierdurch unterbleibt ein möglicherweise fruchtbarer Austausch mit Führungskräften aus der Privatwirtschaft im Schulmanagement.

Besetzungsverfahren:
Offene Schulleiterstellen werden heute im Regelfall öffentlich ausgeschrieben, statt auf internem Wege durch Beförderung besetzt zu werden. Die Personalentscheidung trifft - mit Ausnahme von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt - das jeweilige Kultus- oder Schulministerium beziehungsweise der Senat.

Führungskräfteentwicklung:
Nur Bayern, Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen, künftig auch Sachsen, lassen geeignete Schulleiter-Kandidaten durch ein Assessment-Center (AC) auswählen. Positiv zu bewerten ist, dass Fortbildungsangebote für Stellenbewerber, aber auch bereits aktive Schulleiter heute in allen Bundesländern Standard sind. Allerdings ist ein durchgängiges systematisches und verpflichtendes Führungskräftetraining bisher nur in sechs von 16 Bundesländern vorhanden.

Die Studie, zeigt auch, dass es nicht ausreicht, Qualitätsverantwortung, Organisations- und Personalentwicklung als Aufgaben des Schulleiters zu deklarieren. "Die Politik muss Schulleiter auch mit den notwendigen Führungsmitteln ausstatten", erklärt Helmut E. Klein, Schulexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Den Ländern empfiehlt er, den Weg der "Selbstständigen Schule" konsequent weiterzugehen. "Damit ist in erster Linie die konsequente Übertragung der Dienstvorgesetztenfunktion und der Personalpolitik auf die Schulleitung gemeint."

Quelle: Wirtschaft und Schule


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