Nordrhein-Westfalen startet einen Modellversuch "Wirtschaft an Realschulen"
"Die Realschule ist eine leistungsfähige und hoch anerkannte Schulform. Wir wollen die besonderen Stärken der Realschule weiter ausbauen. Ein Bestandteil ist die Berücksichtigung wirtschaftlicher Zusammenhänge im Unterricht. Ökonomisches Grundwissen ist Kernbestandteil einer auf das Berufsleben vorbereitenden Bildung.
Die unterrichtlichen Inhalte sowie die weiteren Details des Modellversuchs werden wir in den kommenden Wochen mit den Lehrerverbänden besprechen. Schulen, die sich freiwillig melden, könnten schon zum nächsten Schuljahr starten", erklärt Schulministerin Barbara Sommer.
Die Realschule macht ihren Schülerinnen und Schülern ein breites Bildungsangebot mit hoher Qualität. Einerseits bereitet sie junge Menschen auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vor. Andererseits ermöglicht sie ihren Absolventen den Wechsel in die gymnasiale Oberstufe. Im Schuljahr 2008/09 wechselten insgesamt 30,9 Prozent aller Realschüler in die gymnasiale Oberstufe. Das ist eine Steigerung um beinahe 10 Prozentpunkte im Vergleich zum Schuljahr 2000/01. Schulministerin Sommer: "Fast jeder dritte Realschüler wechselt nach seinem Abschluss in die gymnasiale Oberstufe. Das ist ein Zeichen für die hohe Qualität dieser Schulform und ein Beleg für die Durchlässigkeit unseres Schulsystems."
Das Schulministerium hat in diesen Tagen das Profilpapier "Realschule in Nordrhein-Westfalen - Chancen für Viele" veröffentlicht. "Mit dem Profilpapier wollen wir die Realschulen dabei unterstützen, ihre Angebote weiter zu entwickeln und ihr Profil zu schärfen. Ich hoffe, dass möglichst viele Schulen unseren Empfehlungen folgen", so die Ministerin. Das Profilpapier wurde mit Beteiligung von Lehrerverbänden und Vertretern des Handwerks und der Wirtschaft erarbeitet. Es zeigt den Realschulen Entwicklungsperspektiven in verschiedenen Bereichen auf:
Profilzweige
Zur Stärkung und Ergänzung ihres Schulprofils können Realschulen besondere Profilzweige bilden. In diesen Zweigen wird die Stundentafel für den Fachbereich über verschiedene Klassenstufen hinweg ausgeweitet. An vielen Realschulen gibt es bereits bilinguale Zweige. Darüber hinaus können Schulen auch in folgenden Fachrichtungen Profilzweige einrichten: Mathematik-Naturwissenschaften, Informatik-Technik, Musik-Kunst, Ökonomie/Wirtschaft, Sport.
Ganztag
Im Rahmen der Ganztagsoffensive können insgesamt 108 Realschulen in Ganztagsschulen umgewandelt werden. In diesem Schuljahr haben bereits 44 Realschulen den Ganztagsbetrieb aufgenommen. Viele weitere werden zum nächsten Schuljahr folgen. Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen können im Ganztag von Anfang an besser gefördert werden, Benachteiligungen und Lernschwierigkeiten kann umfassender entgegengewirkt werden.
Berufsorientierung
Eine qualifizierte Berufsorientierung einschließlich des in der Realschule seit langem bewährten Schülerbetriebspraktikums verdeutlicht den Schülerinnen und Schülern Anforderungen und Chancen einer beruflichen Ausbildung. Schülerinnen und Schüler sollen im Verlauf ihrer Schullaufbahn differenzierte Kenntnisse von Berufsbildern und der Arbeitswelt erwerben und ihre eigenen Kompetenzen, Neigungen und Stärken entdecken und realistisch einschätzen. Jede Schule entwickelt ein standortbezogenes Konzept zur Berufsorientierung, das frühzeitig einsetzt und in dem alle Lernbereiche ihren Beitrag zu einer umfassenden Berufsorientierung leisten.
Kooperation mit Berufskollegs
Durch eine enge Kooperation mit Berufskollegs erhalten Schüler die Möglichkeit, bereits zum Ende ihrer Realschulzeit durch Hospitationen die vielfältigen beruflichen und schulischen Angebote der Berufskollegs kennenzulernen.
Das vollständige Papier finden Sie im Internetangebot des Schulministeriums.
Quelle: Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen


