450 Grundschulleiterinnen und -leiter aus Nordrhein-Westfalen haben sich jetzt in einem Aufruf für längeres gemeinsames Lernen eingesetzt. Eine Woche, nachdem die Schüler der 4. Klassen ihr Halbjahreszeugnis zusammen mit der Empfehlung für den Besuch der weiterführenden Schule bekommen haben, erklären die Schulleiter, dass sie eine Schule leiten wollen, "die allen Kindern einen erfolgreichen Start ins lebenslange Lernen ermöglicht".
"Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass unsere Grundschulen da auf dem richtigen Weg sind. Sie zeigen aber auch, dass die kindliche Entwicklung sehr unterschiedlich verläuft. Darauf muss Schule reagieren können", so die Grundschulleiter. Kinder bräuchten mehr Zeit für die individuelle Entwicklung ohne den Druck durch eine frühe Trennung in verschiedene Schulformen. Nach Erfahrung aller Beteiligten sei nicht die Beratung der Grundschule oder die Entscheidung der Eltern falsch, falsch sei allein der Zwang, diese Entscheidung überhaupt zu diesem Zeitpunkt für so junge Kinder fällen zu müssen. Eine längere gemeinsame Schulzeit wäre ein erster Schritt für bessere Lebenschancen der Kinder.
In einer ersten Stellungnahme hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft den Appell begrüßt. Die Initiative der Rektoren werde als Warnsignal gewertet, wie stark der Auslesedruck an den Grundschulen bereits zugenommen habe. Die GEW hat die Landesregierung aufgefordert, "endlich die Weichen in der Schulpolitik für längeres gemeinsames Lernen und mehr individuelle Förderung zu stellen." Demgegenüber erklärte der Realschullehrerverband, hinter dem Slogan "Länger gemeinsam lernen" steckten "knallharte Einheitsschul-Ideologie und persönliche Egoismen".
Den Aufruf können Sie hier herunterladen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
www.grundschulverband-nrw.de
www.grundschule.gew-nrw.de
www.vbe-nrw.de
Quelle: Bildungskick.de

