"Die Vorarbeiten für den zweiten großen Einstellungstermin im Schuljahr am 1. Februar 2012 laufen … auf Hochtouren", versicherte Bildungsministerin Doris Ahnen in Ihrer jüngsten Pressemitteilung. Das weckt natürlich Hoffnungen und Erwartungen zum Einen bei den Absolventen der Studienseminare, die eine baldige Festanstellung anstreben, zum Anderen bei den Realschulen plus, die in diesem Schuljahr trotz rückläufiger Schülerzahlen eine Verdoppelung des Versorgungsdefizits hinnehmen mussten.
Allein zur Vermeidung des strukturellen Ausfalls müssten im Bereich der Realschulen plus 160 Neueinstellungen zum 01.02.2012 erfolgen. (Dieser Zahl liegen die vom Ministerium selbst am 16.11.11 veröffentlichten Daten zu Grunde.) Den größten Bedarf hat dabei der Aufsichtsbezirk Neustadt, auf den über die Hälfte der fehlenden Planstellen entfallen. Dabei ist allerdings noch nicht der temporäre Unterrichtsausfall erfasst, der den strukturellen völlig in den Schatten stellt. Darüber hinaus müssen die Realschulen plus im zweiten Halbjahr stets einen Schülerzuwachs durch Rückläufer aus den Gymnasien verkraften.
Gerade die Realschulen plus, die die Hauptlast der Schulstrukturreform zu tragen haben, erwarten vom Ministerium die Zuweisung weiterer Stellen, wie der Verband Deutscher Realschullehrer betont. Landesvorsitzender Bernd Karst: "Hier kämpfen die Kollegien mit einer in diesem Ausmaß nicht erwarteten Heterogenität der Schülerschaft, mit den Problemen der Fusion zweier oder mehrerer Schulen und nicht selten mit Unterricht an mehreren Standorten. Die Landesregierung möchte die ´Sitzenbleiberquote` senken und möglichst vielen jungen Menschen den Qualifizierten Sekundarabschluss I ermöglichen. Dieses Ziel kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Schulen die notwendigen personellen Ressourcen zur Einrichtung von Maßnahmen erhalten, die eine effektive individuelle Förderung ermöglichen."
Man darf gespannt sein, was die auf "Hochtouren" laufenden Motoren zum Beginn des 2. Schulhalbjahres liefern werden.
Quelle: bildungsklick.de

